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Hurra! - Die Arbeit ist weg!?

Hurra! - die Arbeit ist weg!?
ein Projekt des COMMUNITYartCENTERmannheim
von den arbeitsagenten illig&illg


Ausstellung im COMMUNITYartCENTERmannheim
laurentiusstraße 16 (ecke mittelstraße), 68167 mannheim
vom 01. Mai bis 06. Juni 2019
Eröffnung: Mittwoch 1. Mai 2019, 14.00 - 20.00 Uhr

 

 

Hurra! – Die Arbeit ist weg!?
Handlungsräume


Hurra! – Die Arbeit ist weg!?

Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Kulturförderprogrammes Tor 4 der BASF. Das Programm beschäftigt sich mit der  Frage: „Warum wird eigentlich alles besser?“ Und was heißt das für Arbeit?

Arbeit verändert sich, manche bisherige Arbeit fällt weg, manche bleibt, neue kommt hinzu. Der Titel schließt Hoffnung und Furcht vor dieser Veränderung ein. In künstlerischen Handlungsräumen der bildenden Künstler illig&illig im COMMUNITYartCENTERmannheim können Fragestellungen zum Thema Arbeit in Zukunft sinnlich erfahrbar, ausgelotet und verhandelt werden. In den Räumen des CaCm werden raumbildende, begehbare Installationen als Arbeitsräume/ Arbeitsstationen installiert. Sie sind den Kartonagen des Internethandels ähnlich, verpackt, mobil, flüchtig, jederzeit an einem anderen Ort zu realisieren. Diese Räume sind komplett aus Pappe eingerichtet, vermeintlich Vertrautes, Stühle, Tische, Regale, werden dadurch auch fremdartig, ungewohnt, abstrakt. In diesen Arbeitsräumen können Menschen sich in Handlungen mit verschiedenen Aspekten von Arbeit befassen. Die Arbeit ist im Umbruch, bisherige stetige Arbeitsbiografien werden abgelöst durch noch unübersichtliche Strukturen. Flexibilisierung, veränderte Produktion bieten Möglichkeiten und auch Gefahren, lösen bei Menschen Hoffnung und auch Furcht aus. Wir möchten Menschen anbieten, durch Kunst neue Aspekte für ihre Sicht auf die Arbeit der Zukunft zu entdecken und sie auf die Spur ihres individuellen aber auch kooperativen Wertes bringen als Ermutigung in ungewissen Zeiten.
Eigentlich ist es doch gut, wenn die Arbeit einfacher und weniger wird, wenn Arbeit vom Produktionsort abgekoppelt ist, wenn Arbeit neu erfunden werden kann. Eigentlich kann doch alles besser werden, oder? Wovor fürchten wir uns dann? Dass die stinkende Produktion bald anders funktioniert und überflüssig wird? Wenn bald zu Null-Grenzkosten produziert werden, kleinteilig, ohne Megastrukturen, meine nächste Brille nichts mehr kostet – schön, aber woher kommt dann meine Versorgung? Was passiert mit den jetzt schon Abgehängten? Welche Arbeit bleibt? Wie bleibe oder werde ich Teil davon? Wie entdecke ich neue Arbeits- und Verdienstfelder? Wenn mir dauernd gesagt wird, ich sei ein Auslaufmodell wie Millionen andere, wie soll ich auf neue Möglichkeiten stoßen? Wie gehe ich mit Flexibilisierung und damit totaler Unsicherheit um? Wie kann ich da verbindlich bleiben und wo? Ich kann alles selbst machen, aber muss ich das? Wer kann sich die arbeitsteilige Gesellschaft leisten? Wo bleiben die Experten in ihren Berufen? Wo gibt es die Gelegenheit zum Diskurs? Wie finde ich Kooperationsmöglichkeiten? Wie will ich denn überhaupt arbeiten in Zukunft?                            

                              

 

 

 

Die Ausstellung im COMMUNITYartCENTERmannheim gliedert sich in mehrere Raumsituationen:

 

1. Futures: Ein Raum mit Dingen aus der zukünftigen Arbeitswelt, im Sinne des Vor-Scheins, des Noch-Nicht nach Ernst Bloch.

 

 

 

2. Arbeitsraum: Hier kann man verschiedene  Arbeiten verrichten, etwa „Dosierte Arbeit“, Arbeit ist so kostbar geworden,
dass sie nur noch in kleinen Dosen verabreicht wird, „New Work“, Alternativen zu verschwundenen Berufen,
„Wertpapiere“ bearbeiten, „Arbeitslose“ ziehen oder sich „Arbeitsausweise“ ausstellen.

 

 

 

 

3. Arbeitshaltung: 120 Figuren in jeweils anderer Arbeitshaltung. Welche davon verschwindet, welche bleibt?

 

 

 

4. Wertarbeit: Erheben Sie sich über die Welt der Arbeit,
klettern Sie auf den Richterstuhl, bewerten Sie!

 

 

 

5. Kenotaph: Der Fels des Sisyphos muss nicht mehr selbst geschoben werden,
dank Digitalisierung schwebt er als Video über uns, muss man sich Sisyphos
nach Albert Camus nun immer noch als glücklichen Menschen vorstellen?

 

 

 

6. Kopfkino: Veränderungen der Arbeit bringen Brüche, prekäres Leben, Verengungen, Stress.
Das, was dabei im Kopf abläuft, kann man hier sehen und hören.

 



 

 


7. Kohleraum: Es gibt jede Menge Kohle. Kohle/ Geld als Kommunikationsmittel gesehen kann ein neues Licht werfen,

auf Schürfrechte etwa bei Data-Mining und anderes.

 

 


8. Ideenwiese: Alternatives Arbeiten und Wirtschaften ist hier gesät, Ihre Ideen sind willkommen. Nach Rose Ausländers Gedicht „Noch“,
noch sehen wir das Gras von oben!

 

 


9. Verhandlungsraum: Verhandlungsrunde mit rundem Tisch und rotierenden Fragen.

 

 


Dazwischen: „Wenn der Lack springt“ tut es dem allzu Schönen gut, der Zwischenraum mit Texten, Zitaten und dem ganzen Boden
voller offener Stellen.

 

Kunst kann … den Blick weiten, immer gleiche Gedankenschritte aus dem Takt bringen, ermutigen, Dinge ganz anders zu sehen, Konstruktives aus Ungeahntem entspringen lassen, Grenzen überschreiten, Neues aufscheinen lassen, damit: eigentlich alles besser wird.

 

 

 

Tor 4 - BASF fördert Kunst

Warum wird eigentlich alles besser? Damit setzen sich 16 Projekte aus den Bereichen Musik, Tanz und Literatur bis hin zur bildenden Kunst auseinander. Sie sind Ergebnis des neuen Kulturförderprogramms Tor 4, mit dem BASF den Diskurs in der Metropolregion Rhein-Neckar anregen möchte. Das Unternehmen schreibt eine gesellschaftlich relevante Fragestellung aus, zu der Institutionen Kunstprojekte einbringen können. Dafür stellt BASF rund 500.000 Euro zur Verfügung. Weitere Informationen unter www.basf.de/tor4